Urlaubsbericht Ägypten 2007

Ich fange am besten mit der Urlaubsbuchung an, denn die war bereits mit Hindernissen verbunden. Chris und ich hatten uns 3 Hotels ausgesucht. Als ich dann im Reisebüro saß, hieß es, dass nur noch Nr. 3 frei wäre. ABER zu unserem Reisetermin kein Flug mehr zum nächst näheren Flughafen verfügbar wäre. Wir konnten nur noch einen Flug nach Hurghada ca. 1,5 Stunden von unserem Hotel entfernt buchen. (Bitte die Zahl 1,5 Stunden merken, da sie später noch von Bedeutung sein wird.) Na gut, dachte ich mir, ist ja nicht so lange passt schon.

Dann kam endlich der Tag der Abreise (Freitag 22.6.07). Unser Flug war für 13:30 Uhr geplant und ab 12 Uhr wollten wir am Flughafen sein. Ich war bereits vor Chris da und wollte schon mal auskundschaften wo unsere Check-in-Schalter sind. Die knall-gelben TuiFly-Absperrungen fielen mir auch sofort ins Auge als ich von der S-Bahn hochkam. Da ich keine Brille aufhatte, konnte ich auf die Entfernung allerdings nur erkennen, dass alle Ziele auf den Displays über den Schaltern zu lang für Hurghada waren. Etwas irritiert ging ich zum Infoschalter gleich daneben und fragte wo ich für Ägypten einchecken könnte. Die nette Dame deutete dann auf die gelben Schalter. Ich sagte „ja, aber da ist nirgends Hurghada angeschrieben.“ Antwort „Ja, weil auf allen Displays „Alle Richtungen“ steht. Sie können überall einchecken… Jawohl, sehr gut gemacht Verena! Wie peinlich!!!

Mit etwas Verspätung kamen wir dann endlich in München weg. Das Flugzeug musste vorher aber noch ewig aufgetankt werden, während wir bereits auf unseren Plätzen saßen. Außerdem informierte uns der Pilot darüber, dass noch eine Warnleuchte im Cockpit ausgehen muss. Er meinte aber „Kein Grund zur Beunruhigung“…Nee klar, warum auch. Das klang für mich allerdings eher wie „Wir verlieren zwar Benzin, aber nur ganz wenig!“ J haha, sehr witzig.

In Hurghada angekommen holten wir uns erstmal unser Visum ab um uns dann noch bei der Passkontrolle anzustellen. Warum man das nicht auf einmal erledigen kann ist mir nicht ganz klar. Jedenfalls standen wir natürlich erstmal in der langsameren von zwei Schlangen. War ja klar! Mit uns kam mind. noch ein Flieger an und es waren nur zwei Schalter offen! Dementsprechend lang mussten wir auch warten. Danach gings weiter zum Koffer abholen und dann ab zum Bus. Ich hatte schon Sorge, dass er evtl. schon weg sei, weil wir gar so lange gebraucht haben. Aber wir kamen grade noch rechtzeitig um dann noch über 1 Std. auf den nächsten Flieger zu warten…grrrrr! Der Motor lief wegen der Klimaanlage natürlich die ganze Zeit über. CO2-Bilanz Gute Nacht, sag ich da nur… Um 20:15 Uhr fuhren wir dann endlich mal los. Kurz vorher kam noch ein Tui-Typ in den Bus und erklärte, bis zum ersten Hotel sind es 1,5 Stunden Fahrt, das nächste ist 100m weiter und dann nochmal 10 Min. und danach weitere 15 Min Fahrt. Die letzten Hotels in Marsa Alam wären dann nochmal 50 Min. weiter weg. Bis zu unserem Hotel wären es demnach ca. 2 Stunden. Ein Kollege hatte mir vorher schon gesagt, dass es eher 3 Stunden wären, aber man hofft ja doch bis zum Schluss. Aber so kam es dann auch. Wir kamen erst nach 23 Uhr im Hotel an. Wie war das nochmal mit den 1,5 Stunden? Klingt komisch, ist aber so….

Hotel

Das Hotel hat dann aber alle Strapazen belohnt. Das Hotel Akassia Swiss Resort mit 4,5 Sternen (Tui-Bewertung). Auf dem Weg kamen wir noch am Mövenpick und Radisson Ressort vorbei, die waren auch nicht hässlich, aber die Preise vermutlich schon J. Besonders beeindruckt waren wir bei unserer Ankunft vom Anblick der riesigen Kuppel in der Empfangshalle (Foto Lobby verlinken).

Unser Zimmer hat eine kleine Terrasse mit Blick auf den abends sehr schön beleuchteten Park (@ Martina: ohne seltsam riechende Kanäle direkt davor J)

Wie erwartet ist es ziemlich heiß in Ägypten. Es hatte im Schatten mind. 38 Grad und in der Sonne bis über 40 Grad. So lange ein frischer Wind ging, war es erträglich. Aber wir hatten auch einen Tag an dem fast Windstille war. Jeder noch so kleine Gang zur Bar oder zum Meer/Pool war dann ein echter Härtetest für jede Sonnencreme.

Direkt vom Strand ging es flach in die „Badewanne“ hinein. Ins Riff wurde eine fast rechteckige „Wanne", die über die vorgelagerten Korallen ständig mit Meerwasser versorgt wurde. Allerdings war die Wanne nicht allzu groß, erheblich wärmer und vermutlich auch voller Sonnencreme und Kinder-Pipi. Ich war jedenfalls nur ein einziges Mal drin, da ich es dann doch eher bevorzugt habe über einen der beiden Stege vor ins „richtige“ und tiefere Meer zu gehen. Besonders schön ist das Riff vor dem Hotel. Ich war jeden Tag beim schnorcheln! Alternativ ab es noch zwei großzügig angelegte Pool-Landschaften, wo täglich die Water-Gym stattfand.

Das erste Highlight bemerkte ich gleich beim Einchecken im Hotel. Über der Rezeption hängen 4 Uhren die die aktuelle Uhrzeit in Berlin, Kairo, Rom und Wien anzeigen. Ja, richtig. dreimal die gleiche Zeitzone. Naja, vielleicht ist den Ösis nicht aufgefallen, dass sie auf dem Weg nach Rom oder Berlin die Uhr nicht umstellen müssen…

Interessant ist auch der Umgang mit dem Wasser. Man sollte doch meinen, dass Wasser in der Wüste ein knappes Gut ist. Trotzdem hat mind. einmal am Tag ein Animateur das gesamte Beach Volley Ball Feld gewässert, damit sich die Touris nicht die Füße verbrennen. Hallo!?! Wie wärs einfach mal mit Schuhen stattdessen? Aber sie habens ja offenbar.

Eine nette Anekdote war auch mein Schnorchel-Ausflug vom linken zum rechten Steg (ca. 500 Meter zu schwimmen). Ich war ca. 20 Min am schönen Riff entlang geschnorchelt. Stolz und etwas erschöpft kam ich dann am 2. Steg an, um dort festzustellen, dass ich (logischerweise) keine Schuhe dabei hatte. Da ich es selbst mit Flossen nicht gegen den Strom zum ersten Steg zurück schaffen würde, blieb mir also nichts anderes übrig per Schatten-Hopping barfuß am Strand zurück zulaufen. Ich war um jeden Schatten einer Liege oder eines Schirms dankbar. Mit schon fast rauchenden Fußsohlen kam ich dann endlich wieder an unseren Liegen an, wo ich mir dann Chris Schlappen ausleihen musste um meine FlipFlop zu holen, die ja immer noch am 1. Steg standen… Ich halt mal wieder!

Einen Tag nach uns kam ein ganzer Schwung Italiener an. Plötzlich war fast das gesamte Hotel mit Italienern und vielen Kindern geflutet… Passend dazu gabs abends gleich mal ital. Buffet. Ich war dann schon etwas neidisch, aber am Mittwoch gabs dann endlich auch deutsches Buffet!

Am zweiten Samstag gab es abends japanisches Essen. Die Deko war natürlich wieder dementsprechend angepasst. Außerdem war im seichten Teil des Pools als Gag ein kleiner Tisch gedeckt. Es dauerte nicht lange und 3 Leute saßen mitten im Wasser an diesem Tisch! Die Kellner schauten zwar erst etwas irritiert, fragten dann aber gleich was die Gäste gerne trinken würden…

Chris entschied sich am Samstag dafür einen Tauchkurs im Urlaub zu machen. Er musste jedoch am Sonntag erfahren, dass das mit Brille nicht geht. Seine Kontaktlinsen lagen zu Hause. Wir beschlossen daher uns in der nächsten „Stadt“ (10.000 Einwohner) Al Quseir auf die Suche nach einem Optiker zu machen. Der nette Taxifahrer Sisou gab uns einen guten Tipp und fuhr noch am gleichen Abend mit uns hin. Alleine hätten wir den Laden vermutlich nicht gefunden. Außerdem war es mir ganz recht, dass er dabei war, da wir die einzigen Touris waren und ich als einzige Frau mit kurzer Hose, unverschleiert, rumlief.

Der Optiker versicherte uns in seinem „Laden“ (ca. 2,5 auf 2,5 Meter, mit Fernseher in der Ecke auf dem grade Fußball lief), dass er die passenden Linsen bis zum nächsten Abend besorgen könnte. Nachdem wir die Linsen bestellt hatten, lud uns Sisou netterweise noch in eine Strand-Bar ein. Wir trafen dort noch einen Freund von ihm, der uns Deutsche unbedingt kennen lernen wollte. Die beiden waren echt nett. Wir haben „Karkhadeh“ (kalter gesüßter Hibiscus-Tee, schmeckt wir Hagebuttentee) getrunken und Wasserpfeife geraucht. Chris und Sisou holten am Montag Abend die Linsen ab. Bei dieser Gelegenheit holten sie gleich noch die gereinigte Wäsche von seinem Kumpel ab!

Der Tauchkurs konnte dann endlich losgehen. Erstmal hieß es aber ca. 250 Seiten Theorie in zwei Tagen lernen. Dann begannen die Tauchgänge im Pool und Meer. Ich sonnte mich in der Zwischenzeit am Strand oder ging Schnorcheln.

Kaum war das erste Problem gelöst, kam dann auch schon bald das zweite. In der Nacht vom Mittwoch auf Donnerstag verbrachte ich ca. 1 Stunde mit Magenkrämpfen und Durchfall + Übelkeim im Bad. Da ich anfangs dachte, ich hätte etwas Falsches gegessen, nahm ich ein ImodiumAkut und hielt Donnerstag trotz anhaltenden Magenkrämpfen durch und aß nur wenig tagsüber. Als es bis abends nicht besser wurde ging ich zum Hotelarzt, wo bereits außer mir noch mind. 2 weiter Gäste mit Magenproblemen warteten. Ich erfuhr dann, dass Streptokokken die Ursache waren. Allerdings habe ich die nicht durch das Wasser oder das Essen „aufgeschnappt“. Durch den ständigen extremen Wechseln vom Heißen (draußen) ins Kalte (Zimmer und Frühstückssaal waren klimatisiert) haben sich die Streptokokken gebildet und zu Brechdurchfall geführt. Als ich zwei Frauen mit Infusionssteckern im Arm sitzen sah, war mir ziemlich schnell klar, dass ich nochmal relativ gut davongekommen bin. Ein erzählt mir, dass sie nicht mal Wasser bei sich behalten hätte und das Antibiotikum intravenös bekommen musste. Das wäre mein absoluter Albtraum gewesen…Das andere das gleiche Problem hatten, war aber nur ein schwacher Trost, wenn ich an die nächtl. Magenkrämpfe dachte bei denen mir regelrecht die Luft weg blieb.

Bereits ein Tag später ging es mir aufgrund div. Tabletten schon wieder viel besser. Nur mit dem Essen musste ich noch aufpassen. Wir gingen von da an nur noch sehr sparsam mit der Klimaanlage um.

Das 3. Problem trat dann kurz vor Ende des Urlaubs und des Tauchkurses auf. Chris kam mit einem seltsamen Druck vom Tauchen zurück, der auch nur langsam nachließ. Zur Sicherheit ging er dann abends zum Arzt (der im Schnitt ca. 70 EUR pro Patient einnimmt…). Ergebnis: Das Trommelfell ist entzündet. Also erstmal kein Tauchen mehr bis es abgeheilt ist. Er wird den Tauchschein in Deutschland fertig machen. Es stehen nur noch zwei Tauchgänge aus.

Aber es gab noch viel mehr Schöne und lustige Momente im Urlaub. z. B. das Fischessen am Dienstag Abend. Wir bekamen gegen einen Aufpreis ein 4-Gänge-Menü u. a. mit Riesen-Scampi mit Nudeln, Meeresfrüchtesalat, und als Hauptgang einen ganzen Hummer pro Person. Sehr lecker und wir hatten einen schönen Blick aufs Meer  von unserem Tisch aus!

Oder z. B. unsere Wüstensafari mit Jeep, Quadfahren, Abendessen bei den Beduinen und Sternekucken mit Teleskop! Es war 1. heiß, 2. verdammt heiß, 3. Scheiße-heiß!! Die holprige Hinfahrt zu den Beduinen war für meinen Magen natürlich genau das richtige… Der Ausflug war trotzdem super. Leider konnten wir aber nicht so viele Sterne sehen, da in dieser Nacht fast Vollmond war L Aber ich habe zum ersten Mal den Saturn gesehen. Im Teleskop konnte man den Ring außenrum genau erkennen!

Das Hotel bietet nicht nur verschiedene Bars, Restaurants, Shisha-Zelt, Disco-Bar am Meer sondern auch ein Amphitheater mit täglich wechselnden Shows (Fakir, Schlangenbändiger, Comedy etc.

 

Den unterhalterische Höhepunkt aber auch gleichzeitig den niveaumäßigen Tiefpunkt stellte die „Comedy-Show“ dar. Besonders lustig war der Sketch in dem ein Exhibitionist einsam auf der Bühne stehende Mädchen erschreckt, indem er sich seinen Mantel aufreißt und seine falschen überdimensionierten Schamhaare (schwarze Perücke) präsentiert. Der Sektch gipfelte dann darin, dass er sich von hinten an eine alte Dame ranschlich um auch sie zu erschrecken. Aber die lachte nur müde und heb ihren Rock an unter dem dann noch viel längere Schamhaare (weiße Perücke) zum Vorschein kamen. Ist doch witzig oder? Ein echtes Kinderprogramm! Es ging zwar erst um 21:45 Uhr los, aber da sind die ital. Kinder ja noch nicht im Bett… zu meinem Leidwesen J. Auch der Sketch hinter einem großen WC-Schild, das danach mit brauner Flüssigkeit bespritzt war, war wahnsinnig unwitzig. Immerhin leiden einige Gäste unter Durchfall…Es ist einfach unfassbar, dass diese Show vor Kindern aufgeführt wurde. Andererseits haben auch keine Eltern empört reagiert. Ich ahnte ja schön böses als ich „Comedy“ im Programm las, da Touris aus mind. 3 verschiedenen Ländern im Hotel waren. Welche Comedy außer Situationskomik sollte also in allen Sprachen witzig sein? Aber, dass es so geschmacklos werden würde, hatte ich echt nicht gedacht! Leider hatte ich an diesem Abend keine Kamera dabei!

Trotz den gesundheitlichen Beeinträchtigungen war es ein sehr schöner und erholsamer Urlaub für uns beide. Ägypten können wir nur empfehlen.

Eure Eni