Enis Erlebnisbericht London
Erster Erlebnisbericht aus London
Da hier wirklich einiges anders ist als in Deutschland will ich euch mal einen kleinen Einblick verschaffen.
Architektur
Der Zug vom Flughafen in die Innenstadt fuhr durch diverse Vororte von London (und das sind einige….). Dabei fiel mir auf dass alle Häuser fast gleich aussehen. Deshalb
Regel 1: Es muessen mind 3 (meistens sind es gleich 10 oder so…) gleiche Gebäude nebeneinander stehen. Alle Häuser sind schmal aber tief und haben einen Anbau nach hintenraus. der Anbau des Nachbarn grenzt direkt daran an.
Regel 2: Alle Fenster sind gleich. Vermutlich hat da mal ein Glaser einen Großauftrag bekommen…
Regel 3: Wer mutig ist, streicht sein Haus in einer anderen Farbe als der Nachbar. Aber die meisten Bewohner sind nicht mutig. Teilweise habe ich ganze Siedlungen dieser Art gesehen. Wie die Leute darin ihr Haus wiederfinden ist mir ein Rätsel…
Die Alarmanlage
Ian (bei dem ich zur Untermiete wohne) ist ca. 55 Jahre alt und sehr pingelig. Außerdem sehr ängstlich. Er hat eine sehr komplizierte Alarmanlage einbauen lassen.
- Es müssen alle Türen im Erdgeschoss geschlossen sein
- Beide Schlösser an der Haustüre aufsperren
- Gittertüre aufsperren
- Alarmanlage mit schwarzem Stick anschalten
- Innerhalb einer Min. die Haustüre zuziehen
- Zuerst das obere Schloß absperren
- Dann das Untere
- Die Gittertüre wieder absperren.
Wenn man ins Haus reinmöchte wieder alles in umgekehrter Reihenfolge. Gestern Früh fiel ihm auf, dass die Anlage nachts nicht an war. Ich sagte darauf ganz locker “Naja, es ist ja kein Mörder vorbeigekommen…”. Da fiel ihm die Kinnlade runter und er meinte ganz ernst. “Das ist nicht lustig. Darüber macht man keine Witze.”
Er hat definitiv nicht meinen Humor…
Die Unterkunft
Das Zimmer ist soweit in Ordnung. Es befindet sich in dem oben erwähnten Anbau des Hauses. Deshalb ist es ziemlich kalt dort. Es gibt natürlich eine Heizung aber die ist so programmiert, dass sie zwischen 23 Uhr und 5 Uhr sowie zwischen 10 Uhr und 17 Uhr aus ist. Hinzu kommt, dass das Bett an der Außenwand steht. Ich wollte zur Dämmung bereits eine Decke zwischen Bett und Wand legen aber das darf ich nicht, weil es aus unerfindlichen Gründen sonst Probleme mit den Rohren in der Wand geben kann.
Achja, Tassen kommen in die Spühlmaschine, aber die Gläser nicht. Teller grundsätzlich schon, aber nicht die Pasta-Teller. Ihr merkt schon, er ist nicht ganz einfach.
Starbucks Coffee Shop
Bei meinem ersten Besuch im Starbucks Coffee Shop bestellte ich einen großen White-Chocolate-Mocha. Ich weiß nun was groß ist. Nicht 0.3 oder 0.5. Nein 0.7 L. Ich hatte also mehr als genug davon. Für schlappe 3,70 £ (mal 1,5 = EUR).
Die Londoner müssen allg. sehr kaffeesüchtig sein. Im Umkreis von 500 Metern um die Bank habe ich insg. 5 Starbucks Shops gefunden. Anders ausgedrückt: Der Wettbewerb ist total ausgeschaltet.
Erster Einkauf
Eine weitere Super-Investition war ein türkiser Pulli für 45 EUR der im Tageslicht allerdings hellblau aussieht. Natürlich ist mir das erst aufgefallen als ich zu Hause war.
Erster Tag in der Bank
Mein erster Arbeitstag verlief relativ ruhig.
bis 10 Uhr hatte ich keinen PC
bis 11:30 einen PC aber kein Passwort
bis 14:00 ein Passwort aber kein Outlook
bis 15 Uhr Outlook aber kein Internet
ab 15 Uhr hat dann endlich alles funktioniert. Um 17 Uhr bin ich dann wieder nach Hause gegangen…
Valentinstag-Geschenke
Gestern bin ich in meiner Mittagspause so durch die naheliegende Einkaufsstraße geschlendert als mir ein Laden auffiel der anlässlich des Valentinstags komplett in Rot dekoriert ist. Man kann dort alle möglichen Karten und Geschenke kaufen. U. a. aber auch ein besonderes Spiel zum Valentinstag. Es besteht aus einer Drehscheibe, 2 Pinseln, einer Tube Schokoladencreme und einer Tube Erdbeercreme. Frau und Mann muessen dann immer abwechselnd an der Scheibe drehen. Die Scheibe bestimmt wer wem welche Creme mit dem Pinsel wohin aufträgt!!!!
Die genauer Anleitung konnte ich mir leider nicht durchlesen ohne es kaufen zu müssen. Falls jemand Interesse hat, ich kann es gern besorgen.
So das waren mal die ersten Eindrücke von hier.
Zweier Erlebnisbericht aus London
1. Charles & Camilla
Die Verlobung von Charles & Camilla sowie die bevorstehende Hochzeit waren in den vergangenen Tagen natürlich Nr. 1 in den Medien. Jeder VIP und VUP (Very unimportant Person) musste seine herzlichsten Glückwünsche aussprechen und der Welt mitteilen wie sehr er sich für die beiden freut. Etwas sarkastischer gingen dann schon zwei Tageszeitungen an das Thema ran. Eine Schlagzeile war “Was würde Diana wohl dazu sagen?” (Na, die hätte sich bestimmt ganz besonders für die beiden gefreut…) und ein anderes Tagesblatt verbannte die Nachricht in die rechte untere Ecke des Titelblatts unter die Rubrik “Sonstiges” mit dem Hinweis “Charles & Camilla Seite 6”.
Im TV war dieses Thema jedoch so wichtig, dass noch am Tag der Bekanntgabe abends eine Art “Brennpunkt” gesendet wurde. Bereits am Morgen begleiteten die Reporter Charles zum Juwelier, wo er den Verlobungsring, den er Camilla abends bei einem Dinner überreichen wollte, abholte. Eine Reporterin stürmte mit der intelligenten Frage auf ihn zu “Freuen sie sich schon auf heute Abend?” (Nein, natürlich nicht. Er hasst es bestimmt Heiratsanträge zu machen…)
2. Monogamy
Am Samstag habe ich einen großen Markt im Stadtteil “Camden” besucht. Dort bekommt man von Kleidung, Essen, Krimskrams, Antiquitäten, etc. einfach alles und teilweise auch sehr günstig.
Ich kam an einem Laden vorbei der hauptsächlich ausgefallene Lampen und Blubber-Säulen verkauft. Allerdings fand ich dort auch das schöne Spiel “Monogamy”. Es gibt sowohl Frage- als auch Activity-Karten. Soweit ich der Verpackung entnehmen konnte, gibt es 5 verschiedene Themenbereiche und man muss jeden besucht haben um zu gewinnen. Der Gewinner kann dann seiner schmutzigen Phantasie freien Lauf lassen und der oder die Verlierer müssen all seine Wünsche erfüllen. (Wo bitte bin ich hier gelandet? Können die Londoner nicht einfach ganz langweilig Mensch-Ärgere-Dich-Nicht spielen so wie der Rest der Welt auch?…)
3. Fortsetzung “Regularien über Spühlmaschine und Geschirr bei Ian”
Bereits im letzten Bericht habe ich ein paar der vielen Regeln von Ian erläutert. Im Bereich Geschirr und Kochen haben sie sich inzwischen allerdins noch verschärft.
Töpfe darf ich grundsätzlich schon in die Spühlmaschine stellen, aber nicht die Weißen. Er hat ein wunderschönes Topf-Set das nicht spühlmaschinenfest ist. (wer kauft sich bitte sowas?…). Diese Töpfe sind sogar so empfindlich, dass man nicht mit Metall-Löffeln darin rühren darf sondern nur mit Holz-Kochlöffeln. Das bedeutet, dass ich mir vor dem Kochen den passenden Topf nicht nur je nach Menge aussuche, sondern auch bedenken muss mit welchem Löffel ich darin umrühren werde. Außerdem legt man den benutzten Kochlöffel während des Kochens nicht einfach auf ein Brett oder Ähnliches sondern in ein extra für diesen Zweck angeschafftes Keramik-Schälchen, dass die Form eines großen Löffels hat. (Jetzt sagt bloß so etwas habt ihr nicht??!!??)
4. National Rail Kunden im Regen stehen gelassen
Am vergangenen Sonntag habe ich meinte Tante in “Gread Missenden” (ca. 1 Std. Außerhalb von London) besucht. Ich hatte die Fahrkarte bereits am Freitag gekauft. Als ich am Bahnhof in London ankam (10:40 Uhr), stellte ich erstmal fest, dass der Zug um 11 Uhr (den ich eigentlich nehmen wollte) nicht in Great Missenden hält. Ich rief also meinen Onkel an um ihm zu sagen, dass ich einen Zug später kommen würde. Als mein Zug um 11:20 Uhr kurz vor elf immer noch nicht auf der Anzeige erschien, bin ich zum einem Service-Typen der National Rail gegangen und habe nachgefragt. “Heute fährt wegen Gleisarbeiten überhaupt kein Zug nach Great Missenden. Wussten Sie das nicht?” (Nein, wusste ich nicht. Wie denn auch, wenn keine Durchsage kommt und keine Plakate darauf hinweisen???) Er riet mir dann den nächsten Zug (um 11 Uhr. Ich hatte noch genau zwei Minuten um zum anderen Ende der Halle zu kommen) nach Beaconsfield zu nehmen, von dort aus mit dem Bus nach Amersham und dann wieder mit dem Zug weiter zu fahren. (Ich hab gedacht ich muss in schlagen….) Zum Glück habe ich den Zug noch bekommen. Als nächstes rief ich nochmal bei meinem Onkel an und meldete die Planänderung. Der Anschlussbus war dann kein Problem und in Amersham hat mich mein Onkel dann netterweise mit dem Auto abgeholt. Die Fahrt zurück war dann weniger umständlich.
5. Ena’s Missgeschicke
Dusche fast zerlegt:
Ich stand grad unter der Dusche und wollte den Duschkopf aus der Halterung ziehen, als sich die gesamte Stange (an der die Halterung befestigt ist) aus der Wand gelöst hat. (Ist inzwischen wieder repariert…)
Mit Schneebesen im weißen Topf gerührt
Ich wollte abends eine Fertigkäse-Sauce machen. Man musste das Pulver nur mit einem Schneebesen in etwas Milch einrühren. Allerdings hab ich dummerweise den kleinen weißen Topf genommen (Siehe Punkt 3.) Erst als ich mit dem Kochen fertig war, fiel mir auf, dass ich mit dem “bösen” Metall-Schneebesen im “guten” weißen Topf gerührt hatte. Der Boden ist zum Glück unversehrt geblieben aber der Topf-Rand sieht etwas demoliert aus.
Räucherkammer am Sonntag Abend
Dazu kommt noch, dass ich vergessen hatte vor dem Kochen die Dunstabzugshaube anzuschalten. Natürlich, wie könnte es auch anders sein, ist mir das Fleisch in der Pfanne leicht angebraten. Die Küche verwandelte sich dadurch in eine Räucherkammer und die frischgewaschenen Hemden die Ian in der Küche zum trocknen aufgehängt hatte bekamen eine “würzige Note”.
Und jetzt kommts: DIE MISSGESCHICKE UND DAS ZUGRPROBLEM WAREN AM GLEICHEN TAG!!! (Es war definitv nicht mein Tag)
6. Sperrstunde für Pubs bereits ab 23 Uhr.
Vergangenen Freitag bin ich mit zwei Kollegen (Sabine und Stefan) im Kino gewesen. Wir haben uns “Meet the Fockers” / “Meine Braut ihre Familie und ich” angesehen. Als wir um halb elf ins Pub gegenüber kamen, mussten wir leider feststellen, dass ab 23 Uhr Sperrstunde ist und das Pub spätestens um 24 Uhr schließen wird. Da frag ich mich natürlich: Was machen die Londoner nach dem Kino normalerweise? Eigentlich kann man nur noch nach Hause gehen, denn in den Restaurants ist die Küche um diese Zeit auch nicht mehr auf…
7. Erster Besuch im “Gym” / Fitness-Studio
Ich habe ein Fitness-Studio-Kette gefunden in der ich keinen Vertrag unterschreiben muss, sondern für jede Aerobic-Stunde, jeden Tag oder jede Woche einzeln bezahlen kann. Das kommt mir sehr entgegen, da ich so unabhängig bin. Die Kette hat mehrere Filialen in London (gut, die meisten sind zu weit weg, aber zwei sind in der Nähe der Bank…)
Gestern bin ich das erste Mal zu einer Aerobic-Stunde gegangen. Der Titel auf dem Plan war “Dancemania”. Wie sich herausstellte war das eher eine Hip-Hop-Tanzstunde. Ich sag euch, ich hab ends den krassen Schwörer-Tanz gelernt. Insgesamt waren wir 6 Leute. Zwei davon nicht mal in Sport Klamotten. (sind wir im Wohnzimmer oder was?!?!?)
Am Anfang hab ich mich noch gewundert warum die anderen nichts zum Trinken dabei haben, aber nach der Stunde war es mir klar. So anstrengend, dass man ins Schwitzen gerät ist diese Stunde nicht. Morgen werde ich mal “Body Attack” ausprobieren. (angeblich nicht für “Beginner”, aber nach dem Niveau gestern zähle ich mich eher zu den Profis….)
Dritter Erlebnisbericht
PC-Schulung
Da in London alle PC’s von Windows 98 auf Windows XP umgestellt werden hatten wir letzten Freitag eine Schulung zu XP und Microsof Office 2003. Wie wir erfahren haben, kann man mit Word und Outlook jetzt auch Texte übersetzen. Der Trainer demonstrierte das an folgendem Beispiel.
Dear Friends,
Thank you all so much for all the good wishes, cards and presents.
Despite still being a young woman in my forties (just !); I was told I could open the presents - and I am absolutely overwhelmed with the generosity that has been shown.
I shall think of you and raise a glass to you while I am on the high seas around Tahiti!
Hope the Munich trip and the go-live go well - and I’ll see you all again on the 14th Feb,
Love & Thanks,
Fiona
Während der Übesetzungsvorgang lief, fragte ich ihn bereits ob das Programm auch die richtige Grammatik anwenden kann, oder ob ich am Schluss doch noch einige Änderungen vornehmen muss . Er meinte man solle nochmal kurz drüber schauen, aber eigentlich müsste alles passen….
Das war das Ergebnis:
Liebe Freunde,
Danke aller soviel für alle guten Wünsche, Karten und Geschenke.
Beleidigung noch eine junge Frau in meinen Forties sein (gerade !); Ich wurde erklärt, daß ich die Geschenke öffnen könnte - und ich werde absolut überwältigt mit der Großzügigkeit, die gezeigt worden ist.
Ich denke an Sie und hebe ein Glas zu Ihnen an, während ich eingeschaltet bin die hohen Meere um Tahiti!
Hoffen Sie, daß die München Reise und gehen gut gehen-leben - und ich sehe Sie aller wieder an dem Feb 14.,
Liebe U. Dank,
Fiona
Vielleicht sollte man mit ganzen Texten doch einen Übersetzer beauftragen oder kürzere Nachrichten gleich selber in der anderen Sprache schreiben !?!?!
Mode in London
Genau wie in München hat sich hier leider der “Hose-in-Stiefel-Trend” durchgesetzt. Auf meiner persönlichen Liste der modischen Grausamkeiten kommt das direkt hinter “Pulli-in-Hose”. Sowas geht einfach nicht.
Aber gleichzeitig etabliert sich hier bei Frauen ein zweiter Trend. “Sportschuhe zu kurzem schwarzen Rock” (Und ich rede nicht von unauffälligen Puma-Schuhen aus Wildleder in schwarz oder braun, sondern von richtigen Lauf- / Tennis-Schuhen in weiß mit blauen Streifen oder Ähnliches.)
So gehen die Frauen aber ins Büro. Schickes schwarzes Office-Kostüm und plumpe klobige (weiße!!!) Sportschuhe dazu. (Ich hoffe alle weiblichen Leser dieses Berichts geben mir Recht, dass das ein absolutes “Don’t” ist ???!!!)
Kulinarisches
Besonders interessant war folgende Kombination, welche ich in einem nicht ganz billigen Lokal in der Nähe der Bank entdeckt habe. Der Herr am Nebentisch bekam: Tortellini mit Schinken-Sahne-Sauce und (auf dem gleichen Teller) Krautsalat AUF Breze. (Gehts eigentlich noch ekliger????. Multi-Kulti ist evtl. doch nicht immer gut….Wahrscheinlich schneiden die Engländer die Breze auch noch mit dem Messer in kleine Ringe und legen ein Tortelini garniert mir Krautsalat drauf. Ich möchte es lieber garnicht wissen….)
Banker sind in der Regel konservativ und seriös
Manchmal gaaaaaaanz FALSCH!!! Das wurde mir wiedermal klar, als ich bei einem Kundenbetreuer auf dem Schreibtisch den FHM-Pocket-Calendar 2005 gefunden habe. “One Girl for each day of the year” .
Natürlich hab ich neugierig wie ich nunmal bingleich mal drin rumgeblättert und ich sage euch, dieses Buch gehört eher auf das Nachtkästchen als auf den Schreibtisch in der Bank.
Kulinarisches II
Was würdet ihr antworten, wenn ihr im Restaurant eine Lasagne bestellt und die Kellnerin fragt: “Mit oder ohne Pommes?” Bitte wie? Was? Warum? Wer kommt denn auf solche Ideen?
Busfahren in London
Busfahren in London ist ein Erlebnis der besonderen Art, denn es ist immer spannend.
- Auf dem Busfahrplan stehen nur einige wenige Bushaltestellen an denen der Bus immer anhält. Ca. 60% der Haltestellen werden aber nur angefahren, wenn man rechtzeitig drückt und diese stehen nicht im Plan.
- Im Bus hängt keine Übersicht der Haltestellen, sodas man nicht mitverfolgen kann wo man grade ist.
- Es gibt kein Display und keine Durchsage im Bus.
Deshalb sollte man als “Nicht-ortskundiger” immer einen Stadtplan dabei haben, damit man die an einem vorbeirauschenden Straßenschilder lessen und im Stadtplan wiederfinden kann. Aber auch dann ist nicht garantiert, dass man immer da aus- und einsteigt wo man möchte.
Charles & Camilla
Die Hochzeit von Charles und Camilla im April ist vor allen anderen unbedeutenden Problemen auf der Welt natürlich immer noch Thema Nr. 1 in den Nachrichten. Besonders da die Queen nun hat verlauten lassen, dass sie zwar zur kirchlichen Trauung aber nicht zum Standesamt mitkommen wird.
Eigentlich ist es ja schade, dass ich im April zur Hochtzeit nicht mehr hier bin, denn mein Kollege hat erzählt, dass zu solchen Ereignissen die Menschen aus dem ganzen Land schon am Vortag anreisen. Die schlafen dann mit dem Schlafsack auf den Straßen, um am nächsten Tag auch ja in der 1. Reihe am Straßenrand zu stehen. (Da hätte ich doch gerne einen Spaziergang durch London gemacht….)
Camilla wird hier zwar liebevoll als Nilpferd bezeichnet, aber ich denke das folgende Bild spiegelt die breite Meinung über Camilla ganz gut wieder.
Ich habe Ian mal auf seine Sammlung von Queen-Tellern und Bildern angesproch. Er hat die Queen sogar schon mal persönlich getroffen. Da wird er ganz andächtig, wenn er davon berichtet….
Ian wird sich natürlich, wie könnte es auch anders sein, einen Charles & Camilla – Teller kaufen. Was er mit dem Charles & Diana Teller macht hat er mir noch nicht verraten *g*
Kommendes Wochenende habe ich übrigens sturmfrei. Ian besucht meinen AL in München.
Während er weg ist, werde ich
- mit allen Metall-Löffeln in den weißen Töpfen rühren,
- nachts die Alarmanlage ausschalten
- die Türen und Fenster offen stehen lassen, damit die Mörder reinkommen können und die “Phantom-Knocker” nicht mehr anklopfen müssen
- Die schönen Pasta-Teller in die Spühlmaschine tun
- Die Küche mehrmals zuräuchern ohne zu lüften
- Und was mir sonst noch so einfällt.
NEIN, das werde ich selbstverständlich nicht machen, denn sonst bekommt der Arme noch einen Herzinfarkt sobald er wieder daheim ist.
Aber Lust hätt ich ja schon dazu… *grins*
Vierter Erlebnisbericht
Tube fahren in London
Als leidgeprüfte MVV-Nutzerin bin ich ja schon daran gewöhnt, dass man in der Regel nur wenig Platz in der S- und U-Bahn hat, aber was ich hier erlebe übertrifft meine bisherigen Erfahrungen bei weitem. Eng ist garkein Ausruck dafür.
Die Underground-Tunnel sind schon sehr alt und deshalb nicht so breit wie es für moderne Waggons notwendig wäre. Dem entsprechend schmal ist der Zug an sich schon. Dazu kommt allerdings noch, dass die gesamte Decke zu beiden Seiten stark abfällt und sogar die Türen gekrümmt sind. Die Passagiere die direkt an der Tür stehen, müssen also den Kopf einziehen und einen Buckel machen, damit sie noch reinpassen.
Morgens und abends im Berufsverkehr ist hier die Hölle los. Dass eine Tube einfährt, aber keiner mehr einsteigen kann weil sie schon so voll ist, ist hier keine Seltenheit.
Glücklicherweise bin ich mit meiner Linie nicht davon betroffen.
Wie gerade beschrieben, ist Tube-fahren ein echtes Erlebnis. Am Wochenende wird es jedoch erst richtig lustig.
Wie auch in München sind ständig irgendwelche Bauarbeiten an diversen Linien. Deshalb fahren momentan am Wochenende (genau in dem Zeitraum in dem ich hier bin….war ja klar….) 2 Linien (grün und gelb) überhaupt nicht, 2 (Schwarz und rot) nur in eine Richtung und 1 (grau) hält nur an bestimmten Haltestellen.
Um das Disaster mal zu verdeutlichen habe ich euch eine Tube-Map angehängt.
Oder auf Münchner Linien übertragen: keine U3 und U6, die U4 und U5 nur in eine Richtung und die U1 hält in beiden Richtungen nicht am Hauptbahnhof….
Um das Chaos perfekt zu machen sind gerade am Wochenende logischerweise die ganzen Touristen und Tagesausflügler in der Stadt unterwegs.
Zum Glück gibt es hier ein dichtes und gut funktionierendes Busnetz für das ich sehr dankbar bin. Aber Busfahren ist ja wie schon geschrieben auch ein Unternehmen mit Hindernissen. (Siehe letzte Berichte…)
Londoner Preise
Die DVD’s sind hier teilweise echt günstig. Besonders die Bye-one-Get-one-free-Angebote werden mir in München fehlen. Videos kauft logischerweise fast keiner mehr.
Da Ian aber NATÜRLICH keinen DVD Player hat, sondern NUR einen Videorekorder, habe ich mich also auf die Suche nach einer richtigen Videothek gemacht. Und ich war erfolgreich. Als ich allerdings am Schalter stand um meine Videos mitzunehmen, hat mich fast der Schlag getroffen.
Ein Video (nicht mal ein aktuelles) für 2 £ pro Nacht. Sonderangebot. 2 Videos für 3 Nächte für schlappe 5.99 £. (Na, wenn das kein Schnäppchen ist)
So ähnlich ging es mir auch, als ich in Cambridge vor der zum “Kings College” gehörenden Kirche stand. Um das College zu besichtigen musste man keinen Eintritt zahen, aber für die Kirche dann schon. Grundsätzlich ja auch kein Thema, aber bei 4.50 £ hört der Spaß echt auf. Ich hab mich dann mit dem Bild im Reiseführer zufrieden gegeben.
Bei anderen Colleges hab ich mal 2 £ oder 2.20 £ gezahlt. Das liegt aber noch im Rahmen.
Die Kino-Preise sind genauso traurig. Sowas wie Kino-Tag gibt es hier nicht. Deshalb spielt es auch keine Rolle ob man Montag oder Freitag geht. Es kostet ca. 7 £ ( 11 EUR) Samstags ist es natürlich teurer. 11.50 £ (18 EUR).
Die spinnen die Briten
Um dem Stadtlärm und –dreck zu entkommen, entschied ich mich letztes Wochenende zu einem Spaziergang im Park “Hampstead Heath”. Aber welche Grausamkeit muss ich bereits in der Tube auf dem Weg dort hin sehen?
Eine Frau die sich die Schnürsenkel um die Hosenbeine gebunden hat. Vermutlich damit sie nicht dreckig werden beim gehen. Ich kenne ja so klammern mit denen man die Hosenbeine abklemmen kann, aber das habe ich vorher noch nie gesehen. Die Frau war sehr korpulent und die Waden dementsprechend umfangreich. Durch das Abbinden der Hosenbeine wurde aus der Schlaghose eine Hose mit Karottenschnitt, was die Figur nochmal ungemein betont hat. Leider hatte sie die Schnürsenkel so fest zugebunden, dass sie regelrecht eingeschnitten haben. Sehr hübsch, kann ich da nur sagen….
Den absoluten Wahnsinn habe ich aber in Cambridge am Wochenende erlebt. Ich schlenderte gerade durch die Fußgängerzone, als ein junger Mann am Boden auf mich zurobbte. Hab ihn gleich mal etwas verwirrt gefragt was er da eigentlich macht. Sein Kumpel erklärte mir dann, dass sie mit verrückten Aktionen Spenden für einen guten Zweck sammeln.
Der junge Mann war mit einem Karabinerhaken und einem Seil am nächsten Laternenpfosten gesichert.
Original-Erklärung: “Für dich sieht die Straße vielleicht ganz normal aus, aber für ihn, ist es der Mount Everest mit einer dicken Eisschicht überzogen bei – 30 Grad Celsius. Und er wird jetzt mit dem Aufstieg beginnen.”
Aaaaaahhhh ja, alles klar!!!! Dass ich da nicht gleich draufgekommen bin..
Interviews mit Shopping-geplagten Männern:
Heute sind mehrere Interviews mit geplagten Männern in der Zeitung die während des Shopping immer auf ihre Freundinnen warten müssen. Erstaunlicherweise hat sich aber niemand getraut zu sagen, dass ihn das ankotzt und er ihr deshalb mal die Meinung sagen wird. Alle sagten “Nein, so schlimm ist es eigentlich nicht. Ich hab mal max. 15 Min. gewartet….”
(Ja ja, wers glaubt….Normalerweise beschweren sich die Männer immer wenn sie mit Frauen einkaufen sind)
Nur einer war echt cool. “Wenn es mir zu lange dauert, stelle ich mich vor sie und sage: Entweder du kaufst es oder du hängst es wieder hin und wir gehen….”
(Nur zur Info: Ich würde mich durch sowas nicht unter Druck setzen lassen…)
Fünfter Erlebnisbericht
Nächstes Fettnäpfchen:
Nächste Woche wird ein Freund von Ian für ein paar Tage ihm Haus mitwohnen. Da das Gästezimmer durch mich belegt ist, muss der Typ also im Wohnzimmer im Erdgeschoß schlafen.
Damit die Alarmanlage funktioniert, müssen nachts aber alle Türen im Erdgeschoß geschlossen sein. Das würde nun bedeuten, dass der Typ nachts nicht aufs Klo gehen kann, weil sofort die Alarmanlage anspringen würde sobald er die Wohnzimmertür öffnet. Deshalb hat Ian mich geben, nächste Woche die Alarmanlage nachts nicht anzumachen. Und da lauert auch schon das nächste Fettnäpfchen. Inzwischen hab ich mich aber schon so dran gewöhnt, jeden Abend geflissentlich den Alarm zu aktivieren, dass es gut sein kann, dass ich ihn nächste Woche aus Gewohnheit doch anschalte und wir alle mitten in der Nacht aufwachen wenn der Gast das Wohnzimmer verlässt….wir werden sehen.
Angst vor Terror-Anschlägen auf Tube-Netz
Die Angst vor Terror-Anschlägen in den unterirdischen Gängen der Londoner Tube ist hier sehr groß. Deshalb wird man auch in jedem Zug und an jeder Station auf Plakaten gebeten, Taschen und Koffer die einem suspekt vorkommen, dem Bahnpersonal mitzuteilen oder telefonisch der Polizei oder einer eigens dafür eingerichteten Hotline zu melden.
Grundsätzlich ist das ja eine gute Idee, aber ich stelle mir nur folgendes Szenario vor:
Morgens oder Abends im absoluten Berufsverkehr und die halbe Stadt steht an diversen Bahnsteigen um nach Hause oder zum nächsten Zug zu kommen. Ich sehe eine einsame Sporttasche in der Tube stehen, die jemand aus Versehen dort vergessen hat, was man der Tasche aber natürlich nicht ansieht, und melde die Tasche der Polizei. Die Tube fährt von nun an nicht mehr weiter und die ganze Linie kommt zum Stillstand. (Nehmen wir als Vergleich mal die U6 in München). Alle anderen Passagiere werfen mir bitteböse “Kill you”-Blicke zu , weil sie nun ihren Anschlusszug verpassen oder zu spät kommen. Am Ende rasten irgendwelche Hyperängstlichen noch aus und lösen eine Massenpanik dabei aus. Da kann man doch nur noch weglaufen und den Bus nehmen oder? Wer tut sich so ein Szenario denn bitte an? Man kann sich doch nie wieder in Tube wagen ohne erkannt zu werden.
Sprachkunde
Wenn man hier mal länger als 1 Woche lebt, dann begegnen einem bestimmte Wörter immer wieder. Das beste Beispiel dafür ist “lovely”. Einfach alles und jeder ist hier lovely. Nichts ist nice oder great, sondern lovely. “Thanks Verena, lovely”, “Oh, its so lovely, isn’t it?” (die richtige Betonung gibts dann live, wenn ich wieder da bin…)
Wenn etwas aber noch toller, schöner oder besser ist als lovely, dann ist es “gorgeous”. Da reichen “wounderful” oder “really great” einfach nicht mehr aus.
Hier sind auch alle viel herzlicher zueinander. Neulich habe ich am Kiosk eine Zeitung gekauft und die Verkäuferin sagte zum Abschied “Bye Love”. Mach das mal in München, dann wirst du gleich wegen sexueller Belästigung verklagt…
Musical-Besuch
Dass sich nicht alle Londoner vernünftig kleiden können, habe ich ja bereits erwähnt. Neulich im Musical-Theater von “Saturday Night Fever” sind mir wieder mehrere Leute begegnet, die mich bestätigen.
Dass bei Saturday Night Fever keiner im Abendkleid oder Smoking kommt, war mir schon klar, aber dass es so schlimm wird, nicht
Eine junge Frau hatt einen knall-oranngen Knitterrock kombiniert mit einer braunen verwaschenen Cordjacke zur schwarzen blickdichten Strumpfhose und dunkelblauen knöchelhoehen Converse-Schuhen an. Ich konnte einfach nicht wegschauen
Seltsamerweise gab es auch keine Garderobe. Man musste seine Jacken mit zum Platz nehmen. Natürlich sehr praktisch.
Vernünftige Gläser können oder wollen sie sich hier aus nicht leisten. Den Special Saturday Night Fever Cocktail gabs im Plastikbecher. Damit keiner der kultivierten und gesitteten Zuschauer mit Gläsern nach den Darstellern schmeißt oder was? Halloho! Wir sind beim Musical und nicht beim Fußball!!!
Was mich richtig erstaunt hat, war die Begeisterung am Ende des Musicals. Bei meinem letzten Kinobesuch hatte ich den Eindruck lachen und klatschen ist hier nicht IN, aber die Zuschauer im Musical waren für Londoner Verhältnisse richtig außer Rand und Band. Im stehen klatschen, tanzen und singen.
Welt-Frauen-Tag
Den Welt-Frauen-Tag hab ich klassisch mit 7 Männern im Pub beim Fußballschauen verbracht. Mein Kollege Stefan hat unser Team hier in der Arbeit zu sich in die Trainee-Wohnung eingeladen. Da gabs dann richtige Bratwurst mit Sauerkraut, Senf und Brot. Anschließend sind wir ins Pub gegenüber und haben uns Arsenal – Bayern angeschaut.
Nach dem Spiel hat sich dann ein selbsternannter Künstler zu uns gesetzt. Er musste uns dann erzählen, dass er von Finanzen garnichts versteht, aber sein Vater bei Phillips in der Finanzabteilung arbeitet. Er wollte dann wissen was wir zu folgender These sagen: Die Saudis sollten den Amis einen günstigen Kredit geben. Allerdings hat er nicht näher erläutert was sein Vater damit bezwecken will. Wenn ich es richtig verstanden habe, müssen die Amis das Geld auch nicht zurückzahlen. Das wärde dann zwar kein Kredit mehr sondern ein Geschenk, aber egal. Er hatte auch zwei Bier und einen Whisky vor sich stehen und war wild am mischen….
Ian
Ich habe ja bereits mehrmals erläutert, dass Ian alles auf seine eigene Art und Weise macht. Da ist das Frühstückstablett keine Ausnahme. Er richtet jeden Abend bevor er ins Bett geht sein Frühstückstablett her. Linke untere Ecke kleiner Teller, rechts daneben das Messer, rechts davon die Cornflakes-Schüssel und wiedrum rechts daneben den Löffel. Das Orangensaft Glas steht oben in der Mitte.
(Wenn ich von Natur aus nicht so schüchtern und zurückhaltend wäre, hätte ich am liebensten mal alles durcheinander gebracht und gestapelt. *g*)
Altes Gemäuer = undichte Decke
Ich wusste ja bereits von meinem Vorgänger, dass es Probleme gab, als er mal lang und ausgiebig gebadet hat. Aber lt. Auskunft von Ian konnte das Problem behoben werden. Ich dusche also neulich ganz normal, naja gut evtl. etwas lange, als mich der Ian danach anspricht und sagt “Verena, I don’t want to blame you, but we have a little lake in the kitchen….”
Es hat sich dann rausgestellt, dass sowohl die Fuge zwischen Wand und Badewanne als auch die alte Decke zwischen Küche und Badezimmer nicht dicht sind. Angeblich war bereits mal ein Handwerker da. Der kommt jetzt jedenfalls nochmal…..
Erlebnis Kunstausstellung
Hier gibt es jeden Tag kostenlos in der Früh eine Zeitung an den U-Bahn-Stationen. Gleich in der ersten Woche fand ich eine Anzeige für eine Kunstausstellung der drei Impressionisten Turner, Monet und Whistler. Letzten Sonntag war ich dann dort.
Als ich mich um 13 Uhr in der Tate Britain um Karten angestellt habe, sagte mir die Dame an der Kasse, dass ich jetzt SCHON die Karten für den Einlass um 15 Uhr kaufen KANN. Wohl oder übel musste ich deshalb 1.5 Std. in Cafeteria totschlagen. Ich saß dann zwischen den ganzen alten Leuten die total erschöpft vom langen Fußmarsch aus der Ausstellung kamen und den Familien mit den ungezogenen Kindern die nicht am Tisch sitzen bleiben können.
Um viertel vor drei bin ich dann in Richtung Schlange für 15 Uhr gegangen. Ergebnis: Die Ausstellung war total überfüllt. Richtig genießen konnte man die Bilder überhaupt nicht, weil nicht genügend Platz war um den richtigen Abstand zu haben. Ständig standen irgendwelche kurzsichtigen Menschen direkt vor den Bildern rum. Die meisten Impressionisten-Laien haben sich dann gewundert warum sie nichts auf dem Bild erkennen, außer Farbkleckse. (Wen wunderts, wenn man eigentlich 3-4 Meter Abstand halten sollte). Natürlich waren auch die besonders eigenwilligen Besucher vertreten, die sich nicht mit der Masse durch die 7 Räume schieben lassen konnten, sondern dauernd kreuz und quer laufen mussten. Nach 20 Min bi ich wieder draußen gewesen. Noch eine Minute länger und ich wäre aggressive geworden.
Sechster und letzter Erlebnisbericht
Gay & Lesbian Knowledgecards
Wieder einmal war ich unterwegs beim Shoppen, als ich an einem Laden vorbeikam der allen möglichen Schnick-Schnack führt. U. a. auch Knowledgecards über historische Ereignisse in London, die bekanntesten Lovesongs, berühmte Zitate etc. aber eben auch Knowledgecards zum Thema Gay & Lesbian. (Nein, ich habe sie dem Ian nicht mitgebracht…). Die Bücher standen alle in einem Regal mit der Überschrift “Was man wissen sollte….( Muss ich wirklich wissen, was auf diesen Knowledgecards steht?….Ich denke nicht….)
Roy, EIN Freund von Ian
Von den Karten komm ich gleich zum nächsten Punkt. Wie ich bereits im letzten Bericht angekündigt habe, war Roy “Roooyyyy” bis gestern zu Besuch.
-> Nachdem ein paar von euch schon gespannt drauf warten, die wichtigste Info gleich mal vorweg. Der Arlam ging nachts nicht plötzlich los. Ich habe jeden Abend dran gedacht den Alarm nicht einzuschalten. (Bin ich gut oder bin ich sehr gut?…)
Roooyy ist jedenfalls gaaanz tuffig…..mit seinen zwei kleinen Diamant-Ohrsteckern.
Roy hat sich am ersten Abend zu mir ins Wohnzimmer gesetzt und mit mir Emergency Room angeschaut. Bei jeder blutigen Szene (also bei fast jeder 2.) hat er sich dann aber ein Kissen vors Gesicht gehalten ,weil er doch kein Blut sehen kann. (Halllo??? Warum schaut er sich die Serie dann an? Es zwingt ihn ja keiner.) Dazu hat er immer gesagt “Oh, how terrible. It’s so nasty”.
Am letzten Abend haben wir uns noch eine Weile im Wohnzimmer unterhalten. Er musste mir bei dieser Gelegenheit gleich seine beiden BRUSTWARZENPIERCINGS zeigen. Dass er sein erstes Mal mit einem Jungen mit 13 hatte und das erste mal mit einem Mädchen mit 16, habe ich dann auch noch erfahren dürfen. (Ich find Offenheit ja grundsätzlich gut, aber so genau wollte ich es dann garnicht wissen).
Keine Ahnung, ob er dachte er muss mich noch aufklären oder ob er sich nur nicht sicher war, ob wir im deutschen zum Thema Sex die gleichen Wörter haben. Ich hatte jedenfalls einen kurzen Sexualkundeunterricht auf englisch.
(Hab ihn dann zwischendurch mal daran erinnert, dass ich immerhin schon 23 Jahre alt bin).
Das Beste war dann, als er mir im Laufe des Gesprächs mitteilte, dass er sich gleich als er mich das erste Mal gesehen hat, dachte “Die ist bestimmt keine Jungfrau mehr”. (Ach, erähl mir was Neues…Da wurde er mir dann doch etwas unheimlich. Auf was für Ideen der kommt. Es gibt ja wohl noch andere Themen wenn ich jemandem zum ersten Mal begegne oder?)
Als er mir sagte, dass er schwul ist und ich darauf antwortete “Ja schon klar, ich weiß”. wollte er sofort wissen “Wie woher weißt du das denn?”. Er war richtig erstaunt als ich ihm erklärt habe, dass ich das auf den ersten Blick erkannt habe. (So schwer ist das ja nun auch nicht…)
Er hat mich dann noch vor den bösen Männern gewarnt die alle nur das Eine wollen usw usw.
Netzstrumpfhose mit Verband drunter
Auch diese Woche habe ich zum Thema Mode ein echtes Schmankerl zu bieten.
Frage: Was mache ich wenn ich einen dicken weißen Verband ums Knie habe, aber zur Zeit Netzstrumpfhosen total IN sind?
Antwort: Egal, ich ziehe die Netzstrumpfhose trotzdem an. Den Verband sieht schon keiner. (Nein, fällt garnicht auf. Nur mir wieder. Gleich auf den ersten Blick als die Damen in den Bus eingestiegen ist…..)
Des Rätsels Lösung zu den Frauen mit den Turnschuhen
In meinem ersten Bericht habe ich mich noch über die Frauen gewundert, die mit klobigen weißen Turnschuhen zum schwarzen Kostüm in die Arbeit gehen.
Ich hab mir inzwischen von einem Londoner sagen lassen, dass sie vernünftige Schuhe im Büro haben. Sie wecheseln die Schuhe dann morgens wenn sie in die Arbeit kommen und abends bevor sie nach Hause gehen. Die Turnschuhe sind bloß bequemer zum laufen. (Na gut, dann halt nicht…)
Schwierigkeiten der englischen Sprache
Mein Kollege Stefan und ich haben neulich einen weiteren Kollegen (Elmar) und seine Mitbewohnerin (Cathy)besucht. Er hatte uns abends zum Essen eingeladen. Cathy hat “Sausages and Mash with Brokoli” gekocht. Stefan bemerkte, dass ein paar der Würstel beim braten aufgeplatzt waren. Als er es Cathy mitteilte, verwendete er ein mir unbekanntes englisches Wort. Wie sich dann herausstellte hieß es auf deutsch vergewaltigt. Cathy war deshalb etwas verwirrt, als er ihr sagte, dass die Würstel vergewaltigt worden sind.
Kurze Zeit später fragte Cathy ob Elmar ein Sieb für sie hätte. Das englische Wort dafür ist “colander”. Mit ihrem irishen Akzent hatte ich aber “calendar” verstanden und frag auch noch ganz blöd “Warum brauchst du zum Kochen einen Kalender?” (No, comment please…)
Besuch beim Inder
Letzten Freitag bin ich mit meinem Team mittags in ein indisches Restaurant gegangen. Jetzt würde man ja vermuten, dass irgendwelche Abendlandbilder an der Wand hängen oder bunte Tücher und ganz viel Gold etc.
Nein, gaaaanz falsch!!! Aber wie wärs zum Beispiel mit einem großen Pippi-Langstrumpf-Bild??? (Die Kinder von Bulabü und den Michel aus Lönneberg hab ich nicht gefunden, aber das Essen war trotzdem gut.)
Fernsehen in London
Brat Camp
Das ist der Titel meiner lokalen Lieblings-Sendung. Eltern die mit ihren ungezogenen Kindern nicht zu Recht kommen, weil diese entweder alcohol- bzw. drogenabhängig und/oder mitten in der Pubertät sind oder aber stehlen und einbrechen, können ihre Söhne und Töchter in dieses Erziehungslager schicken. Es ist eine Ranch mitten in der Wüste in Arizona. Ein Aufenthalt dauert mindestens 3 Monate.
Wer sich nicht an die Regeln des Camps hält, muss, egal zu welcher Jahreszeit, draußen alleine im Zelt abseits des Camps eine Woche übernachten und darf einen markierten Steinkreis nicht verlassen.
Manche Leute haben fast jede Woche draußen schlafen müssen….
Nach zwei Monaten kommen dann die Eltern die inzwischen lieben Kindlein wieder abholen und jedes Kind muss seinen Eltern vor laufender Kamera versprechen in Zukunft artig, ehrlich und lieb zu sein. Die meisten Kinder kommen aber nach einem Monat für einen zweiten Aufhalt wieder….
Make me a Supermodel
Diese TV-Show ist auch sehr unterhaltsam. Das ist wie DSDS bloß für Models. Und ich sag euch, da geht der Punk ab. Zickenterror hoch drei. Besser als im Dschungel!! Schlag mich, kraz mich, beiß mich……
Besonders lustig fand ich, als einer Tusse gesagt wurde, dass sie leider nicht dünn genug ist für ein Model. Das war genau die Zicke die dauernd getönt hat, dass sie sowies gewinnt. Sie war dann total am Boden zerstört. (Klar, für mich wich wäre das Leben auch gelaufen falls ich erfahren sollte, dass es mit meiner Model-Karriere nichts wird…*g*)
Abschließendes Statement
Falls in den letzten Berichte der Eindruck aufgekommen ist, dass es hier außer abartigen Leuten und Dingen nicht besonders aufregend ist, möchte ich das hiermit dementieren.
London ist eine sehr interessante Stadt. Ich habe es genossen, mir die Stadt mal nicht aus den Augen eines Touristen anzuschauen. Besonders die vielen kleinen Wochenmärkte, und die Busfahrten zu den unterschiedlichsten Stadtteile haben mir besonders gefallen.
Insgesamt sind nun über 200 Bilder auf meiner Kamera. Ich werde mir dann noch ein oder mehrere Opfer suchen, die sich die Fotos mit mir anschauen dürfen/müssen/sollen/können. *g*
Das wars endgültig aus London! Ich freu mich schon auf zu Hause!
Ciao bis bald! Eure einmalige Eni